Beiträge mit dem Tag ‘p2p’

Europameisterschaft 2008 mit Zattoo

9. Juni 2008

Wer von Zattoo bisher noch nichts gehört hat, der hat mit der laufenden Europameisterschaft die besten Gelegenheit sich die kostenlose Software einmal anzusehen. Zattoo ist eine P2P-Software zur Übertragung von deutschen Fernseh- und Radiokanälen über das Internet. Glücklicherweise haben sich in diesem Jahr (u.a.) die Sender ARD und ZDF dazu gesellt, und so kann man die Euro 2008 auch am PC genießen – sofern man dazu keine andere Möglichkeit hat. Die Qualität ist akzeptabel und Zattoo funktioniert, im Gegensatz zum ARD-Live-Stream, auch hinter einer restriktiven Firewall. Die Software gibt es für Windows, Linux und Mac OS X.

in2movies stellt Betrieb ein

28. Mai 2008

Kann sich noch jemand an den Dienst in2movies erinnern? Als der von Time Warner ins Leben gerufene Dienst vor zwei Jahren startete, wurde er als DIE neue (legale) P2P-Download-Platform für Filme gefeiert. Von der Netzwelt wurde der Dienst relativ schnell in der Luft zerrissen: DVD-Preise ohne DVD-Qualität, fehlende Tonspuren, Windows-Media mit DRM, langsamer P2P-Client, etc. Ob in2movies das in den Griff bekommen hat, kann ich leider nicht sagen, aber der angepriesene Hype bleib aus (wenn nicht, ist er an mir vorbei gelaufen). Das an der Kritik aber doch das ein oder andere dran gewesen sein muss, zeigt sich vor vor allem daran, dass in2movies am 11.06.2008 seinen Dienst einstellt.

Ich hoffe sehr, dass für alle, die dort regelmäßig eingekauft haben, eine Lösung bzgl. DRM gefunden wird. Denn wenn die Schlüssel erst einmal weg sind, gibt der Windows-Media-Player keinen Ton mehr von sich, geschweigeden ein Bild.

Filme nicht mehr Nummer Eins im BitTorrent-Netz

16. Februar 2008

Glaubt man einer der größten Trackerseiten für das BitTorrent Netzwerk, dann sind Filme nicht mehr der begehrteste Download. Die folgende Grafik zeigt die prozentuale Verteilung der heruntergeladenen .torrent Dateien innerhalb der letzten zwei Jahre.

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Demnach sind 50% der heruntergeladenen Torrents TV-Serien. Filme teilen sich, zusammen mit Musik, erst den zweiten Platz. Die am meisten heruntergeladene Serie ist dabei “Heroes” mit 2.5 Millionen Downloads innerhalb eines Monats.

Der “Erfolg” von TV-Torrents bliebt nicht unbemerkt. Gerüchten zu folge stellen TV-Studios, als Marketing Maßnahme, bewusst noch nicht gesendete Serien ins Netz um deren Potenzial zu testen.

1.000.000 neue Kunden

15. August 2007

Glaubt man einer forsa-Studie, so würden 1 Mio. deutsche mehr Musik online kaufen, sofern diese keinen Kopierschutz hätte. Nach Informationen von Zeit Wissen beschweren sich drei von vier Kunden, dass sie die gekauften Lieder nicht abspielen können.

Befragt wurden 1.001 Personen am 19. und 20. Juli 2007.

via: golem.de

Musik im digitialen Zeitalter

27. Juni 2007
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Schon seit längerer Zeit verfolge ich nun die Diskussion um legalen/illegalen Download von Musik. Auch wenn ich jemand bin, der kaum Musik hört, finde ich die Diskussion durchaus interessant, gerade weil hier eine der neusten Technologien (auch wenn das Internet schon einige Tage auf dem Buckel hat) auf die (Realwelt) Markwirtschaft prallt. Seit der Entwicklung von MP3, und spätestens seit Napster im Internet erschien ist, hat das Zeitalter der (wirklich) digitalen Musik begonnen.

Stand der Dinge
Aktuell herrscht eine Art “Krieg” zwischen der Musikindustrie und der Netzgemeinde. Musik wird in großen Mengen im Internet angeboten und heruntergeladen. Die Musikindustrie reagiert darauf mit aggressiven Klagen die auf außergerichtliche Einigungen, gegen hohe Geldauflagen, hinauslaufen. Die Argumente der “Downloader”: schlechtes Angebot und überall DRM. Das Argument der Musikindustrie: “Raubkopierer sind Verbrecher”. Schon allein durch diese Aussagen, zeigt sich, der harte Standpunkt der beiden Parteien.

Im Grunde hat sich über die Zeit ein eigener (kostenloser) “Markt” entwickelt, bedingt dadurch, dass die Musikindustrie den Trend der Zeit verpennt hat. Als die Musikindustrie mit (teuren) kommerziellen Plattformen startete, herrschte im Netz schon seit Jahren ein reger Tausch digitalen Gutes. Zu diesem Zeitpunkt war das Scheitern der kostenpflichtigen Angebote fast programmiert. Die (Netz-) Nutzer stellen sich zu diesem Zeitpunkt die Frage: “Warum soll ich für teures Geld eine DRM geschützte Datei herunterladen, wenn ich sie auf wesentlich einfacherere Art und Weise umsonst bekommen kann?”. Erst mit den kostengünstigen Songs von iTunes kam die Wende und die Anzahl legal heruntergeladener Songs stieg. DRM blieb aber nach wie vor ein Problem, dass viele Kunden abschreckt. Zumal mitunter die MP3 Titel in zahlreichen Online-Portalen (immer noc) nicht wesentlich preisgünstiger sind als im Laden.

Matriel != Immateriel
Die Musikindustrie zieht gerne den Diebstahl eines Autos als Vergleich zum illegalen Download heran. Dieser Vergleich ist allerdings realitätsfremd, da hier eine materielles Gut (Auto) mit einem immaterialen Gut (digitale Musik) verglichen wird. Natürlich würde ich kein Auto klauen, aber wenn es die Möglichkeit geben würde sich durch schlichtes “berühren” eines Autos eine 1:1 Kopie zu erstellen, wäre ich glaube ich nicht der Einzige der dies tun würde. Das illegale herunterladen von Musik ist eben kein Raub im eigentlichen Sinne, wie uns die Musikindustrie es immer glauben lassen möchte. Womit die Musikindustrie aber recht hat, ist dass hier eine Verletzung ihrer Rechte vorliegt, und zwar ihrer Urheberrechte. Ein illegaler Download von Musik ist also mehr eine “digitale Urheberrechtsverltzung”, aber “Raubkopieren” klingt viel reißerischer.

Dennoch ist es natürlich das Recht eines jeden, der etwas produziert mit dem er Geld verdienen möchte, dafür auch entlohnt zu werden. So funktioniert Marktwirtschaft. Wäre ich z.B. eine Autohersteller, der hochwertige Autos zu einem guten Preise produziert, und meine Autos könnten einfach so kopiert werden, könnte ich relativ schnell Konkurs anmelden. Aus dieser Sicht ist die Haltung der Musikindustrie also durchaus verständlich. Die Frage ist aber, ob genau diese Verbindung zwischen Real- und Digitalwelt im Bereich digitaler Musik überhaupt möglich ist.

Urheberrechtsbewusstsein
In diesem Punkt muss ich der Musikindustrie absolut recht geben. In der digitalen Welt fehlt an vielen Stellen den Nutzer ein Urheberrechtsbewusstsein. Die hängt aber mit der Natur des Netzes zusammen. Digitales Gut kann auf einfachste weise kopiert werden. Copy & Paste lässt Grüßen. Aber nicht zuletzt ist dies ein Faktor, der das Internet zu dem gemacht hat, was es jetzt ist.

Es ist einfach zu einfach
Ein weiteres Problem ist die Simplexität des digitalen Musiktausch. Nichts ist einfacher: eine P2P-Software installieren, und schon nach wenigen Minuten hat man den gewünschten Titel auf seiner Festplatte. Selbst über Google und gängige Suchanfragen lässt sich in kürze mit sog. “One-Click-Hostern” ein komplettes Alben herunterladen. Selbst das leicht zu bedienende iTunes oder Platformen wie Musicload sind mit Registrierung und Einrichtung des Zahlungsverkehr nicht so einfach zu bedienen. Ein Grund warum hier das Urheberrechtsdenken nicht wie im realen Leben vorhanden ist, aber aufgrund des Mediums auch nur schwer anwendbar ist.

Fazit
Meiner Meinung nach muss sowohl auf der Seite der Musikindustrie, als auch auf Nutzerseite, ein (weiterer) Entwicklungsprozess statt finden. Nutzer müssen sich auch in der digitalen Welt ein Urheberrechtsewusstsein schaffen. Daneben muss die Musikindustrie erkennen, dass “Fussfessel”, die es in der realen Welt nicht gibt, auch nicht in der digitalen funktionieren. Ob das überhaupt noch funktioniert ist allerdings fragwürdig. Man wird sehen, was die Zukunft bringt. Vielleicht wird es ja wirklich eine Art Revolution geben, siehe: SPIEGEL ONLINE “Die Gratis-Kultur”.

HINWEIS: Dieser Beitrag spiegelt meine Meinung wieder und enthält teilweise ironische Anmerkungen.

Babelgum vs. Joost

8. Juni 2007

Babelgum ist, neben Joost, der zweite P2P-Dienst der “das Fernsehen revolutionieren will”. Beide Anwendungen haben sich zum Ziel gesetzt TV Sendungen und Videos über P2P zu verbreiten. Nachdem Joost bereits vor einiger Zeit in eine halboffene Betaphase gegangen ist, zieht nun Babelgum nach und steht ebenfalls zum (halb-)öffentlichen Download zur Verfügung. Allerdings wird täglich nur ein limitiertes Kontingent an Downloads bereits gestellt. Darüberhinaus ist die Teilnahme, wie bei Joost, nur über Einladungen von anderen Nutzern möglich.

Beide Programme sehen sich von den Farben und der Gestaltung sehr ähnlich, und man könnte fast meinen, dass sie vom gleichen Hersteller kommen. Während ich bei Joost meine Probleme mit der Verbindung hatte und ziemlich lange fummeln musste um ein erstes Bild zu sehen, dauerte es bei Balegum nur wenige Sekunden bis die ersten Videos über den Bildschirm liefen.

Da ich auch bei Babelgum der Meinung bin, dass die Anwendung (mangels TV-Programmen) noch nicht reif ist für den deutschen Markt, habe ich mich nicht lange damit beschäftigt. Babelgum machte aber im Vergleich zu Joost einen etwas besseren Eindruck und wirkt aufgeräumter.

Wer keine Möglichkeit zum direkten Download hat, dem schicke ich gerne eine Einladung. Kurzer Kommentar genügt.