Beiträge mit dem Tag ‘internet’

Die Sonderfunktionen des ePA

13. August 2009

Als ich gestern die Spiegel-Titelstory (Ausgabe 33/2009, ab Seite 68) “Netz ohne Gesetz” las, bin ich an einer Stelle hängen geblieben, die mich stutzig gemacht hat (neben vielen anderen Teilen). Auf Seite 78 ist folgender Absatz zu finden:

Einem Staat, der die Kontrolle über die Parallelwelt des Internets zurückgewinnen will, bleibt ein letztes Mittel: Ausweiskontrolle. Bevor die Staatsbürger in den Cyberspace abschweben, so könnte es gehen, müssen sie sich mit Name und Adresse identifizieren. Die deutsche Justizministerin, die solche Modelle prüfen lässt, hat den großen Guru auf ihrer Seite. „Der Trend zur Identifikation im Netz ist nicht zu stoppen“, das verkündet Lawrence Lessig seit langem.

Ich dachte mir, irgendwie war da doch was? Richtig! Die Bundesreigeriung arbeitet doch gerade mit Hochdruck an dem neuen Personalausweis, dem elektronischen Personalausweis (ePA). Mit “Sonderfunktionen” die kein Mensch braucht. Das wäre doch die perfekte Möglichkeit jeden Bürger im Netz “eindeutig” zu identifizieren. Und man muss auch kein Verschwörungstheoretiker sein, um das für möglich zu halten.

Zensi Zensa Zensursula

20. Juni 2009

Anmerkung: Auch wenn ich das Video sehr genial gemacht finde, bin ich der Meinung, dass das Zugangserschwerungsgesetz in seiner jetzige Form (noch) keine Zensur darstellt. Gleichwohl es ohne Frage eine Zensurinfrastruktur schafft mit der Zensur möglich ist.

128.194

16. Juni 2009

Die Zahl des Tages lautet: 128.194. (Mind.) 128.194 Menschen haben sich gegen die aktuellen Pläne der Bundesregierung zur “Indizierung und Sperrung von Internetseiten” ausgesprochen. Nie zuvor haben im Rahmen einer ePetitionen mehr Menschen ihre (virtuelle) Unterschrift abgegeben. Damit ist die Online-Petition gegen die “Indizierung und Sperrung von Internetseiten” die erfolgreichste ePetition die es seit der Inbetriebnahme des Systems gegeben hat. Am frühen Morgen des 16. Juni 2009 gegen 2:22 wurde die bisherige Rekordmarke überschritten und löste die Petition zur “Halbierung der Besteuerung von Diesel und Benzin” (128.193) als stimmstärkste Petition ab. Erwähnen muss man in diesem Zusammenhang auf jeden Fall, dass es bei der Petition zur “Halbierung der Besteuerung von Diesel und Benzin” noch keine Pflichtregistrierung gab.

Mich persönlich freut es wirklich sehr, dass auch noch diese Marke geknackt wurde. Ich halte dies für ein wirklich deutliches Zeichen Richtung Bundesregierung – wenn auch nur für ein Zeichen. Bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen für den Petitions-Server nun endlich die Ressourcen aufstocken. Der Server ist mehr als einmal an seine Grenzen gestoßen und war gerade in den letzten Tagen stellenweise de facto nicht erreichbar.

T-Mobile Tethering Gau

10. Juni 2009

In meinem Freundes und Bekanntenkreis war ich immer jemand, der die Tarife von T-Mobile “verteidigt” hat. Diese sind zwar alles andere als günstig, vom Preis/Leistungsverhältnis finde ich sie aber okay. Was sich T-Mobile aber gerade in Bezug auf Tethering leistet ist IMHO eine Frechheit. Erst wurden vor einigen Monaten MultiSim-Karte kostenlos raus gegeben, damit man auch auf einem anderen Gerät über den iPhone Tarif ins Internet konnte. Anschließend kamen dann neue (unübersichtliche) Tarife in denen die MultiSim Nutzung dann untersagt wurde. Und jetzt, wo das iPhone mit der Software-Version 3.0 endlich Tethering unterstützt, will T-Mobile dies nur gegen Aufpreis anbieten?!!

Ohne Worte

29. Mai 2009

via: netzpolitik.org

ZAPP: Heftige Proteste gegen Sperrungen im Internet

21. Mai 2009

Arsch bewegen. Weitersagen. Petition unterzeichnen.

Eigentor der Bundesregierung

15. Mai 2009

Bei Twitter und innerhalb der Blogosphäre machte in den letzten Tagen die Sperrung einer Satire-Seite durch das BSI bzw. das BVA die Runde. Die komplette Geschichte erspare ich dem geneigten Leser und verweise auf den Blog-Einträg von Thorsten Förster (aka pantoffelpunkt) der die Geschichte selbst zusammen gefasst hat. Aufgreifen möchte ich aber eine Frage, die sich aus der ganzen Sache ergibt und die aktuellen Vorhaben der Bundesregierung in Bezug auf die geplante Sperrung von Internet-Seiten ad absurdum führt:

Warum braucht es die Sperrlisten und neue Gesetze, um unbestreitbar schwerst kriminelle Inhalte (Kinderpornographie; Anm. d. Autors) unzugänglich zu machen, wenn es ein paar Minuten dauert, harmlose Satireseiten mit wenigen Klicks am Tag vom Netz zu nehmen? [...] Ohne richterlichen Beschluss, ohne Anhörung des Betreibers und vor allem ohne den Betreiber über die Gründe in Kenntnis zu setzen?

Das Argument, dass die Inhalte auf Servern in Ländern liegen, in denen keine Strafverfolgung statt findet oder nur schwer möglich ist, wurde bereits mehrfach durch die Analyse der in den Skandinavischen Ländern “veröffentlichen” Sperrlisten wiederlegt. Von daher halte ich es für eine riesen Eigentor das sich die Bundesregierung mit der Sperrung der Satire-Seite geschossen hat.

Frankreich bekommt “3-Strikes” Gesetz

13. Mai 2009

Wie weit Lobby-Politik führen kann, zeigt ein aktuelles Beispiel aus Frankreich. Hier hat das Parlament heute das “Gesetz zur Verbreitung und zum Schutz kreativer Inhalte im Internet” beschlossen. Mittels der neu zu schaffenden Behörde “Haute Autorité pour la Diffusion des Oeuvres et la Protection des Droits sur Internet” (kurz HADOPI) wird damit die Grundlage geschaffen, einem Internet-Nutzer nach dreimaligem Verstoß gegen Urheberrechte, den Internetzugang bis zu einem Jahr zu sperren. Dabei findet keine unabhängige richterliche Kontrolle statt. Wer, wann und wie bei HADOPI gemeldet wird, entscheidet einzig und allein die Content-Industrie. Zudem sieht das Gesetz vor, dass der Nutzer während der Sperrzeit seine Gebühren weiter an den Provider bezahlen muss.

Nein, dass ist kein Scherz. Auch wenn man das beim lesen der Zeilen durchaus vermuten kann.

via: heise online

Danke, Franziska!

8. Mai 2009

Die Ignoranz unseres Wirtschaftsministers ist wirklich erschreckend.

Online-Petition gegen die Indizierung und Sperrung von Internetseiten

5. Mai 2009

Seit kurzem gibt es eine Online-Petition gegen die Indizierung und Sperrung von Internetseiten. Als ich gestern gegen 9:30 die Online-Petition unterzeichnete lag die Zahl der Mitunterzeichner noch bei 736. Mittlerweile sind es 15566 – und es werden minütlich mehr.

Die Nachricht über die Petition verbreitete sich gestern wie ein Lauffeuer. Zunächst über Twitter, dann über Blogs und Nachrichtenagenturen. Spätestens mit der Verlinkung auf heise online hatte der Petition-Server seine Leistungsgrenze mehr als erreicht. Die Antwortzeiten lagen zu diesem Zeitpunkt im zweistelligen Sekundenbereich.

Ausführlich informieren zum Thema Netzsperren findet man u.a. bei Jens Ferner.