
Nachdem ich viele negative Berichte über Erfahrungen mit der Packstation gelesen hatte, wollte ich mir diese Dienst eigentlich gar nicht erst antun. Aber ich probiere ja gerne aus und unterm Strich ist die Vorstellung, seine Pakete 24 Stunden abholbereit in einer Blechkiste zu lagern, eine Gute. Letzte Woche war es dann soweit und ich bestellte meine erste Lieferung mit dem Ziel Packstation. Letzten Samstag wurde ich dann um 03:12 von einer SMS “geweckt”, welche mir mitteilte, dass meine Sendung in der Packstation eingetroffen ist. Direkt nach dem Frühstück machte ich mich auf den Weg zur Packstation 126. Ich stecke meine “Gold-Karte” in den Kartenleser und wurde zur PIN-Eingabe aufgefordert. Dummerweise hatte ich die PIN-Nummer nach Monaten der Nichtbenutzung nicht mehr im Kopf, geschweigeden in Erinnerung wo ich diese hinterlegt hatte. Ärgerlich und mein Fehler, keine Frage. An dieser Stelle habe ich – zugegeben – einen Fehler gemacht mit dem, glaube ich, dass Unheil seinen Lauf nahm: ich habe die PIN-Nummer dreimal falsch eingegeben woraufhin die Karte gesperrt wurde. Mit einer gesperrten Karte, dem Hinweis die Hotline anzurufen und ohne Paket fuhr ich wieder nach Hause. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch die Erwartung, dass man das Problem irgendwie lösen kann (schließlich kann so was mal passieren). Da ich hier Fehler gemacht hatte war ich auch bereit entsprechende Konsequenzen (Pakete geht zurück, Kosten für PIN-Entsperrung, Neu Karte) in Kauf zu nehmen.
1. Anruf bei der Hotline
Die sehr nette und (anscheinend) kompetente Dame machte mir den Vorschlag mir meine PIN noch einmal zu zustellen. “Das wäre das Einfachste”. Stutzig machte mich allerdings hier bereits, dass bei den ihr vorliegenden Informationen der Vermerk Karte gesperrt fehlte. “Vermutlich sind meine Daten noch nicht aktuell. Sie sind ja erst gerade gesperrt worden”, so ihre letzten Worte. Wann und wie die Karte entsperrt werden sollte, verschwieg sie mir.
Einen Tag später erhielt ich meine neue PIN. In freudiger Erwartung machte ich mich erneut auf den Weg zur Packstation 126. Allerdings meldete die Packstation, dass meine karte gesperrt sei, was mich nach dem einen Tag zuvor geführte Telefon nicht wunderte.
2. Anruf bei der Hotline
Die nette Dame der Hotline wirkte ein wenig unbeholfen und verwundert. “Mein System sagt mir, dass sie nicht gesperrt sind. Aber ich kann sie ja einfach noch einmal freischalten. Das kann aber ein bisschen dauern …”
Aber auch das half nichts, die Packstation wollte meine (anscheinend gesperrte) Karte nicht akzeptieren. Mit PIN, aber immer noch ohne Paket, fuhr ich wieder nach Hause.
3. Anruf bei der Hotline
Da ich nicht aufgeben wollte, wählte ich erneut die Nummer der Hotline. Diesmal war ein netter Herr am Apparat. Er wirkte kompetent, aber ebenfalls unbeholfen. “Ja, sie sind ja gerade erst freigeschaltet worden. Das kann ja noch nicht gehen”. Als ich ihm mitteilte, dass ich nie gesperrt war (zumindest laut System), herrschte Stille in der Leitung. Nachdem der Mitarbeiter mich dann weitere dreimal (wieder) “freigeschaltet” hatte, gab er mir den Tipp, es doch einmal ohne Karte mit manueller Eingabe der Kartennummer zu versuchen. “Vielleicht ist ja die Karte kaputt. Und wenn das nicht klappt, klicken sie auf die Service-Taste an der Packstation und sie sind direkt mit mir verbunden.” Trotz des Wissens, dass auf der Karte auch nur die Kartennummer gespeichert ist, nahm ich das erst mal so hin.
Etwas später machte ich mich dann wieder auf den Weg zu Packstation 126. Und, wer hätte es anders erwartet? “Karte gesperrt”, auch bei manueller Eingabe der Kartennummer.
4. Anruf bei der Hotline
Jetzt war ich zugegeben ziemlich stinkig, zumal es auch keine “Service-Taste” an der Packstation gab über die ich mich mit einem Mitarbeiter hätte verbinden lassen können. Notgedrungen griff ich zum Handy und wählte erneut die Nummer der Hotline. Die nette Dame gab sich Mühe, aber als sie mich fragte “ob den die Packstation überhaupt funktionieren würde und das Display an wäre”, war ich kurz davor zu platzen. Aber es half alles nichts. Eine Lösung für das Problem war nicht zu finden. Mit der Information das ein “Techniker raus geschickt wird um die Packstation zu überprüfen”, endete das Gespräch. Um an dieser Stelle noch einmal einzuhaken, fehlte mir die Motivation. Es war anscheinend niemandem an der Hotline möglich, herauszufinden welche Status meine Karte hat: gesperrt, freigeschaltet, nicht gesperrt. Nur die Pakcstation 126 wusste, dass ich mit meiner Karte kein paket bekomme.
Jetzt war ich kurz davor die Sendung zurück gehen zu lassen und der Packstation für immer den Rücken zu kehren. “Dummerweise” habe ich bei der Bestellung Gutscheine verwendet die 10-14 Tage brauchen bis sie wieder gut geschrieben werden, und ich erst nach der Rücksendung auf diese wieder zurück greifen kann. So lange wollte ich dann doch nicht warten. Ich musste also irgendwie an mein Paket kommen. Da diese aber mittlerweile 5 Tage in der Packstation schlummerte, bestand die Gefahr, dass es automatisch nach Nichtabholung zurück geht. Mein Ziel war es also die Einlagerungszeit zu verlängern, so dass ich Luft hatte die Angelegenheit in Bezug auf meine Karte mit der Hotline zu klären. Also…
5. Anruf bei der Hotline
Der Mitarbeiter war sehr unhöflich und verstand erst gar nicht, dass ich die Einlagerzeit für meine Sendung in der Packstation verlängern möchte, da ich an die Sendeung nicht dran kommen (warum, war ihm anscheinend egal). Nach gutem zureden gab er allerdings nach und verlängerte die Aufbewahrung bis zum 11 Juni.
Heute fehlte mir der nerv noch einmal anzurufen, zumal ja auch “ein Techniker auf dem Weg” zur funktionierenden Packstation ist. Ich werde es morgen bzw. übermorgen nochmal mit der Hotline versuchen und weiter berichten.
[UPDATE]
Nachdem ich eine Nacht darüber geschlafen habe, bin ich zu der Entscheidung gekommen, keine weitere Zeit und Mühe mehr in diese Angelegenheit zu stecken. Die, meiner Meinung nach, inkompetente Hotline würde meinen Blutdruck nur in ungeahnte Höhen treiben und mich beschleicht das Gefühl, dass ich mein Paket nicht aus der Packstation bekommen werde. Anscheinend weiß niemand was hier passiert ist und was man machen kann um das Problem zu lösen. Mein Paket wird also in den nächsten Tagen die Rückreise an den Versender antreten. Viel früher allerdings wird meine “Gold-Karte” bei der Deutschen Post eintreffen. Nie wieder Packstation!
[2. UPDATE]
Heute erreichte mich ein Packstation-Erfahrungsbericht von Leser Olaf Burkhardt. Da der Beitrag zu Schade ist, um ggf. in den Kommentaren unterzugehen, gibt es ihn an dieser Stell in voller Länge.
Dies sind meine Erfahrungen(von Olaf Burkhardt): Nach der Online-Registrierung bekomme ich meine Unterlagen per Einschreiben. 1,5 Wochen später liegt eine Nachricht im Kasten, dass noch ein Einschreiben abgeholt werden soll. Ich stelle mich in der Weihnachtszeit 25 Minuten an, um dann feststellen zu dürfen, dass mir exakt die gleichen Unterlagen noch einmal zugesandt wurden, sogar mit derselben PIN.
Ich frisch gebackener völlig ahnungsloser Packstationskunde ergötze mich an den im Netz verfügbaren Anleitungen, ein Paket mit Packstation zu versenden, klebe einen im Computerzeitalter anscheinend völlig aus der Mode gekommenen ausgefüllten Adressaufkleber auf meine eBay-Sendung und los geht’s. Ich las ja immer von Paketmarken. Paketmarken sind mit meiner Naivität betrachtet wie Briefmarken, nur dass man sie auf ein Paket klebt. Denkste. Jetzt habe ich von dem Automaten noch ein Adressaufkleber, einen mit Wert sozusagen. Ich völlig töricht fülle diesen aber nicht aus, sondern klebe ihn als Zahlungsmittel daneben. Die Adresse ist ja schon auf dem Paket. Das sah DHL anders. Mit einem Umweg über Wuppertal wegen Adressermittlung (noch einmal: die Adresse war deutlich lesbar auf dem Paket) schafft es die Sendung nach 2 Wochen zum Empfänger. Na gut, verbuchte ich als Anfängerproblem.
Jetzt eine Nachricht von Packstation, dass ich meine Amazon-Sendung abholen kann. Ich laufe umweltfreundlich hin: die Packstation 119 ist blockiert mit der Meldung „Neustart“. Ok, probiere ich es übermorgen, bis dahin wird das ja wohl behoben sein. Denkste. Jetzt ruf ich an. „Ja, der Techniker hat das am nächsten Tag behoben.“ Mein Problem: Ich war am übernächsten Tag da, an dem sich die tolle Maschine wieder einen Tag Urlaub gönnte. Hotline: Jetzt bekäme ich aber eine SMS, wann der
Paketverweigerer wieder willig ist. Ich wundere mich nur, in der folgenden SMS steht Packstation 127 und nehme das aber nicht ernst. Ich laufe zu meiner 119. Das Feld „Sendung abholen“ ist aber nicht aktiv. Sollte dann doch . . .
Noch einmal die Hotline: Stimmt, der für mich zuständige Automat wäre voll gewesen, die Sendung käme dann in die nächste Station. Blöd ist nur, zur Zeit ohne Auto wird das jedesmal eine halbe Weltreise. Die Hauptpost ist im Vergleich dazu um die Ecke.
Außerdem: Schon in der ersten ‘Paket ist da’-Nachricht war die 127 erwähnt. Ich kam gar nicht auf die Idee, dass mein Automat einmal wegen Überfüllung geschlossen sein kann. Soweit hab ich halt nicht gelesen. Die Hotline leider auch nicht, mit der ich schon per Du bin. Warum bekomme ich die Nachricht: „Guten Tag Herr ……….., die PACKSTATION 127 in Ludwigsburg (Schwieberdinger Str. 36, Eingang Schließfachanlage Deutsche Post) steht ab sofort wieder uneingeschränkt zur Verfügung. Vielen Dank für Ihr Verständnis.“, wenn es die ganze Zeit um den Defekt an der 119 in der Friedrichstraße geht? War gleichzeitig die 127 auch im Urlaub? Haben sich alle Automaten im Landkreis solidarisch entschlossen, aus aktuellem Anlass mit den Postlern in Stuttgart und Umgebung mitzustreiken? Werde ich jemals mein Paket bekommen oder werden alle Automaten in Deutschland durchprobiert?
Ich merke, dass ich der Komplexität dieses ausgefuchsten Services einfach nicht gewachsen bin und habe wieder meinen „analogen“ Paketzusteller sehr liebgewonnen.
Als Trost kann ich jetzt im Winter mit meiner goldenen Karte Eis von den Autoscheiben kratzen. Und werde vorschlagen, dass man das Ganze „Packstation BETA“ nennt. Weil, irgendwie ist das noch im
Entwicklungsstadium. Viel Glück, Packstation!
[3. UPDATE]
Bei Coffee And TV findet sich auch ein sehr interessanter Erfahrungsbericht mit der Packstation.