Ich selbst hatte in acht Jahren eBay schon ein gutes Dutzend davon und die aktuelle Verkaufsaktion der Bahn bei eBay scheint sie gleich reihenweise anzulocken. Die Rede ist von eBay-Käufern, denen man es nicht recht machen kann. Denen eBay-Käufern, die trotz aller vorhandenen Informationen trotzdem irgendetwas finden, was ihnen nicht passt, oder auf einmal einfällt, dass ihnen die Versankosten zu hoch sind obwohl diese bei der Auktion angegeben waren.

Die Bahn hat am 01. August damit begonnen rund 1 Million Tickets bei eBay zu verkaufen. Am ersten Verkaufstag zunächst als Auktion. Die ersten Tickets gingen für ca. 190 Euro über den virtuellen Ladentisch, später pendelte sich der Verkaufspreis dann bei rund 100 Euro ein. Am nächsten Tag bot die Bahn die gleichen Tickets zum Festpreis für 66 Euro an und schon hagelte es die ersten negativen Bewertungen. “Habe fair geboten (115€) bin unfair durch Sofortpreis (66€) vorgeführt worden”, schreibt etwa “leobolle”, der gleich drei Tickets am ersten Verkaufstag ersteigert hat. Ich stelle mir allerdings die Frage, was daran unfair ist? Wann Tickets zum Festpreis und wann als Auktion verkauft werden, stand von vornherein fest. Das ein Produkt irgendwann (vielleicht schon am nächsten Tag) günstiger wird, damit muss ich als Käufer immer rechnen. Wer einfach nicht abwarte kann, der muss so etwas in Kauf nehmen. Das eBay-Mitglied “alleseinkaeufer” fühlt sich gar “betrogen und ausgenommen”. Betrug ist für mich ehrlich gesagt etwas anderes.
In vielen Bewertungen der Bahn findet man darüber hinaus Kritik (in Form einer neutralen oder negativen Bewertung) über zu hohe Versandkosten. Davon abgesehen, dass die Versandkosten (EUR 2,50) bei jeder Auktion angegeben sind, verstehe ich auch hier nicht, wieso das ein Punkt zur Kritik ist. Die EUR 2,50 gehören nun mal mit zum Auktionsendpreis. Unabhängig davon, wie der Verkäufer die Waren zu mir transportiert. Was man dabei nämlich nicht vergessen darf, ist, dass der Verkäufer das Versandrisiko trägt. Wenn die Bahn die Tickets als normalen (nicht nachverfolgbaren) Brief verschickt, und die Tickets nicht beim Käufer ankommen, muss sie (die Bahn) die Tickets noch einmal raus schicken.
Berechtigte Kritik sehe ich eher bei dem nicht vorhandenen Rücktrittsrecht. Zumal die Bahn als gewerblicher Verkäufer auftritt und hier meiner Meinung nach das Fernabgabegesetz greifen müsste, und es sich bei den Tickets um Gutscheine handelt.
Viel mehr Kritik als die Bahn hat meiner Ansicht aber eBay verdient. Auch wenn einige negative Bewertungen eher unberechtigt sind, versteht ich nicht, warum die Bahn mit einem eBay-Profil von derzeit um die 70% ohne Einschränkungen weitere Auktionen einstellen kann. Jedem anderen Verkäufer hätte eBay schon längst Sanktionen sondergleichen aufgebrummt oder den Account gleich ganz gesperrt.