Beiträge mit dem Tag ‘deutschland’

Politik im Schatten der WM

12. Juli 2010

Vier Wochen lang herrschte ein WM-Schleier über Deutschland. Ein Schleier, den die Politik gerne nutzt um brisante Themen an zufassen. Beste Gelegenheit, auch mal über den WM-Tellerrand zu schauen. Im folgende eine kurze Zusammenfassung (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) der Politik-WM-Highlights:

“Sparpaket” 2010

9. Juni 2010

Das Credo der Bundesregierung ist eindeutig: Die Kassen sind leer, überall fehlt es an Geld, ab sofort muss hart gespart werden. Alle? Nein, nicht alle. Die niedersächsische Landesregierung hat gestern gleich mal ihre Diäten erhöht – ab sofort und auch noch mal zum Jahresende. Auch die Mehrbelastung von Gut- und Sehr-Gut-Verdienern, von Hochvermögenden und Millionenerben, sucht man im “Sparpaket” vergeblich.

Die größte Zeche zahlt, wie so häufig, der “kleine Mann”. Ausgerechnet Hartz-IV Empfänger, die eh schon wenig Geld in der Tasche haben und mit Hartz-IV als solches schon gestraft genug sind, bittet man zur Kasse (bzw. nicht mehr zur Kasse) – Stichwort: Elterngeld. Natürlich sollen laut Bundesregierung auch die Unternehmen zahlen, zumindest auf dem Papier. Denn bei genauerer Betrachtung entpuppen sich die Maßnahmen als Nullnummer. Und so schreibt Jens Berger bei TP sehr treffend:

Schwarz-Gelb zeigt endlich sein wahres Gesicht. Während der kleine Bürger nun den Gürtel so eng schnallen muss, dass ihm die Luft wegbleibt, darf die Schickeria weiter prassen. Nun soll aber keiner sagen, dieser Sozialabbau käme überraschend oder gar gegen den Willen der Wähler. Nur die dümmsten Kälber wählen sich ihre Metzger selber – guten Appetit beim Kalbsschnitzel, lieber Wähler.

Nichtwähler entscheiden die Landtagswahl 2010 in NRW

10. Mai 2010

Als Hannelore Kraft am frühen Abend des 09.05.2010 in die Kameras rief “…die SPD in NRW ist wieder da!”, ahnte sie anscheinend noch nicht, dass am Ende doch alles anders kommt und die CDU mit gerade einmal 6.200 Wählerstimmen Vorsprung doch noch stärkste Partei bei den Landtagswahlen 2010 in NRW wird. Was Frau Kraft zu diesem Zeitpunkt wohl auch nicht ganz klar war, war die Tatsache, dass die SPD mit ihren 34,5% das schlechteste Ergebnis der SPD in NRW seit 1954 eingefahren hat. Aber das lassen wir an dieser Stelle mal außen vor. Die Wunsch-Koalition der SPD mit den Grünen ist aufgrund fehlender Stimmen nicht möglich. Deshalb wird die zukünftige Regierung in NRW nun aus einer Großen-, oder einer Rot-Rot-Grünen Koalition bestehen. Und damit steht Frau Kraft eine ähnliche Entscheidung vor der Brust, wie manchem Wähler. Sie muss sich nämlich zwischen Not und Elend entscheiden. Genau wie der Wähler an der Urne. Zumindest der, der noch wählen geht. Denn die stetig sinkende Wahlbeteiligung ist meiner Meinung nach nicht auf ein fallendes Politikinteresse zurück zu führen, sondern vielmehr die Ratlosigkeit der Bürger in Bezug auf die Wahlentscheidung. Meiner Einschätzung nach verweigert ein Großteil der Wähler den Gang an die Urne weil Sie zum einen keiner der Parteien für x Jahre ihre Stimme geben wollen, und zum anderen, weil sie die möglichen Koalitionen scheuen. Und das zu recht! Hand aufs Herz, wer wünscht sich als Grünen-Wähler eine Koalition mit der CDU?

Leider ist nicht Wählen (=Stimme ungültig machen) derzeit keine Option um seinen Unmut zum Ausdruck zu bringen, denn es hat keinen Einfluss auf das Gesamtergebnis einer Wahl. Ich bin davon überzeugt, dass die Möglichkeit der Stimmenhaltung (so wie es auch im Bundestag möglich ist) die Wahlbeteiligung sprunghaft ansteigen lassen würde. Ich zumindest würde mich über diese Option freuen und werde weitere von Dingen wie Liquid Democracy träumen. Bis dahin werde ich weiterhin brav mein Kreuz machen, denn nicht wählen ist die falsche Wahl.

Zensursula 2.0

26. Februar 2010

Mit großem Interesse habe ich gestern die Debatte im Bundestag zum in dieser Woche inkraftgetretenen Zugangserschwerungsgesetz verfolgt. Besonders amüsiert hat mich dabei vor allem der Beitrag von Martin Dörmann (SPD), der im Rahmen der Diskussion vor der Gesetzgebung mWn federführend für die SPD war. Herr Dörmann hat nun anscheinend erkannt, dass das Gesetz in seiner jetzigen Form keinen großen Sinn macht und sah ein, dass die SPD hier einen Fehler gemacht hat. Das würde ich Herrn Dörmann sogar fast abkaufen, wenn nicht ausgerechnet er derjenige gewesen wäre, der während der Diskussion um das Gesetz den meisten Kontakt zu Netzcommunity suchte (und auch hatte), und von dieser immer wieder gesagt bekommen hat, dass das Gesetz keinen Sinn macht. Er (und damit die SPD) hätte zur Regierungszeit die Möglichkeit gehabt, dass Gesetz erst gar nicht zu verabschieden. Sich nun vor den Bundestag zu stellen und zu verkünden, dass das Gesetz aufgehoben werden soll, obwohl man zu denjenigen gehört, die das Gesetz verabschiedet haben, wirkt so unglaubwürdig, dass man es kaum mit Worten beschreiben kann. Und auch das Gesetz (wieder) damit zu begründen, dass es “nur” aufgrund der abgeschlossenen Verträge von Frau von der Leyen verabschiedet wurde (um es auf rechtsstaatliche Beine zu stellen), zieht als Argument nach wie vor nicht. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass es ein leichtes gewesen wäre, diese Verträge aufzuheben.

Die Situation in die sich die Bundesregierung aktuell gebracht hat könnte prekärer nicht sein. So ist das Gesetz jetzt zwar in Kraft getreten, die Regierung wendet es aber nicht an . Hierzu schreibt Thomas Stadler zu recht (jetzt mal unabhängig vom Inhalt des Gesetzes):

Die Bundesregierung weist also eine Behörde an, ein in Kraft befindliches Gesetz nicht anzuwenden. Das ist ein in der Bundesrepublik einmaliger Vorgang und gleichzeitig der eklatanteste Verfassungsbruch den dieses Land bisher gesehen hat. Denn eine Regierung, die sich weigert Gesetze anzuwenden, stellt die parlamentarische Demokratie als solche in Frage.

Gleichwohl wird die Bundesregierung wohl kaum einem Antrag auf Aufhebung des Gesetzes von der Opposition zustimmen. Selbst Aufheben wird die Regierung das Gesetz wohl auch nicht, da dies zu einen massiven Gesichtsverlust unserer jetzigen Arbeitsministerin von der Leyen führen würde. Derzeit ist die rede von einem neuen Gesetz, einem “Lösch-Gesetz”. Wie diese aussieht und welche Möglichkeiten es bietet soll die man jetzt noch nicht hat, ist derzeit unklar. Man arbeite dran.

Die Entwicklung die sich gerade abzeichnet ist erschrecken. Von einem Gesetz, dass keiner will, kommen wir jetzt zu einem Gesetz, dass keiner braucht. Mittlerweile ist mehr als ein Jahr ins Land gezogen. Effektiver und besser ist der Kampf gegen “Kinderpornographie im Internet” in dieser Zeit nicht geworden.

Kinojahr 2010

30. Dezember 2009

Das Jahr 2009 neigt sich dem Ende. Zeit, einen ersten Ausblick auf das Kinojahr 2010 zu werfen. Hier eine kleine Übersicht ausgesuchter Highlights, die uns im nächsten Jahr erwarten – jeweils mit deutschem und amerikanischem Starttermin.

Januar

Februar

März

Mai

Juni

  • Das A-Team (USA, D: 11.06.10)

Juli

August

Dezember

Alles in allem sieht es nach einem sehr guten Kinojahr 2010 aus. Ich war überrascht (und erfreut), dass relativ viele Filme zeitgleich mit dem USA-Kinostart in Deutschland anlaufen. Meine persönlichen Higlights für 2010 sind ganz klar Inception und Tron Legacy.

Jetzt neu: Schwarz-Gelb-Grün

12. Oktober 2009
Schwarz_Gelb_Nein_Danke

Wenn ich bei den Landtagswahlen im Saarland vor gut zwei Wochen mein Kreuz bei den Grünen gemacht hätte, wurde ich mich heute ziemlich verarscht fühlen. Denn zu groß waren die Plakate, zu groß die Rede von Künast und Co., dass man doch sein Kreuz bei den Grünen machen soll um Schwarz-Gelb zu verhindern. Schwarz-Gelb ist tabu, aber Schwarz-Grün ist Okay? Sorry, liebe Grünen, aber damit habt ihr euch glaube ich nicht nur im Saarland einen riesen Bock geschossen. Ihr macht euch damit genauso unglaubwürdig wie all die anderen Parteien, denen ihr Wahlbetrug vorwerft. Aber die Wahlen sind ja nun vorbei und der Satz “Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern” scheint auch bei den Grünen Einzug gehalten zu haben.

Die CDU/CSU und die Grünen sind meiner Meinung nach in ihrem Weltbild so weit voneinander entfernt wie der Mond zur Erde. Und deshalb kann Schwarz-Grün nicht einmal mit starker Kompromissbereitschaft funktionieren. Nicht auf Landes- und auch nicht auf Bundesebene.

Willkommen im Tigerenten-Club

28. September 2009
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Aus. Schluss. Vorbei. Die Wahllokale sind geschlossen, die Bundestagswahl 2009 ist vorbei, dass Volk hat entschieden. Alle? Nein, nicht alle. 18.134.809* Menschen sind dem Irrglaube verfallen, dass ihre Stimme keine Rolle spielt und haben den Wahlsonntag anscheinend lieber auf dem Sofa verbracht. Danke dafür!

Dem vorläufigen Endergebnis kann man eine klare Mehrheit für Schwarz/Gelb entnehmen. Damit wird Deutschland in den nächsten 4 Jahren von einer Koalition aus CDU/CSU und FDP regiert. Hierbei kann sich die CDU/CSU aber noch glücklich schätzen, dass die FDP das beste Ergebnis seit Kriegsende eingefahren hat. Sonst hätte es nämlich für den Tigerentenclub ziemlich schwarz ausgesehen. Einen ersten Eindruck unseres (wahrscheinlich) neuen Aussenministers gibt es übrigens hier.

Die SPD hat mit -10,5%** nicht nur den größten Verlust einer Partei bei Bundestagswahlen eingefahren, sondern auch den größten Denkzettel. Und nach Hartz IV und Zugangserschwerungsgesetz (um mal nur zwei Beispiele zu nennen) hat sie diesen auch verdient.

Die absoluten Gewinner dieser Wahl sind für mich die PIRATEN. Aus dem Stand sechststärkste Partei mit 2,0 % (845.904 Stimmen*) zu werden verdient Anerkennung. Wenn die PIRATEN weiter an sich arbeiten und von der Leyen, Schäuble und Co. in den nächsten Jahren so weiter machen, sehe ich 2013 5+x % als realistisches Ziel. Dann auch mit meiner Stimme.

Für die nächsten 4 Jahre habe ich zumindest die kleine (sehr kleine) Hoffnung, dass die FDP mehr hinter dem steht was sie sagt, und nicht der gleiche “Fähnchen-Koalitionspartner” wird wie die SPD es war. Und trotz Schwarz/Gelb vor der Brust, darf man nicht vergessen: “Lebbe geht weiter”.

*Quelle: Wikipedia
** Quelle: Bundeswahlleiter

Rette Deine Freiheit

16. September 2009

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Siehe auch: RetteDeineFreiheit.de

Über Flaschenpfand in Deutschland

6. September 2009

Die sich wiederholende Diskussion bei der Rückgabe meiner Club-Mate Flaschen, die gestern im Getränkemarkt leicht eskalierte, hat zu einer kleinen Recherche zum Thema Flaschenpfand in Deutschland geführt. Im Folgendem eine kurze Zusammenfassung:

Grundsätzlich muss man erst einmal unterscheiden zwischen Einwegpfand und Mehrwegpfand. Einwegpfand ist die einfacherer der beiden Varianten. Sobald das DPG-Logo auf der Flasche ist, gibt es für retournierte Flaschen 25 Cent. Zurücknehmen muss die Flaschen jedes Geschäft, das Einwegflaschen mit DPG-Logo verkauft, egal um welches Getränk es sich handelt.
Beim Mehrwegpfand wird es ein bisschen komplizierter. Für Bierflaschen ohne Bügel gibt es 8 Cent, für Bierflaschen mit Bügeln erhält man 15 Cent. Für sonstige Mehrwegflaschen (aus Glas oder härterem Plastik) erhält man ebenfalls 15 Cent. Für das “Gebinde” (also die Kiste) gibt es zudem 1,50 Euro. Im Gegensatz zum Einwegpfand ist der Getränkehändler beim Mehrwegpfand nur zur Rücknahme verpflichtet, wenn er das Getränk auch selber verkauft. Gleichwohl der Flaschentyp meistens der gleiche ist. So handelt es sich bei der 0,5l Club-Mate Flasche um eine sog. NRW-Flasche, genau wie bei einer Krombacher 0,5l Flasche (mittlerweile aber auch als sog. Longneck Flasche erhältlich).

Gibt man sein Leergut an den mittlerweile weit verbreiteten Getränkeautomaten zurück, sollte man etwas genauer hinsehen. Ein solcher Automat scannt, wiegt und vermisst die Flasche kann aber anscheinend nicht zwischen Bier und sonstigen Getränken unterscheiden. So gibt es für Club-Mate am Automaten nur 8, anstatt der eigentlichen 15 Cent für “sonstigen Mehrwegpfand”, denn der Automat hält die Flasche für eine Bierflasche (was im übrigens auch für alle anderen “sonstigen Mehrwegpfand” Flasche gilt, die der Automat für eine Bierfläsche hält). Dafür nimmt ein Automat auch schon mal Mehrwegflaschen an, die der Getränkemarkt nicht verkauft.

Quellen(u.a.): Wikipedia, Der Shopblogger

Frau von der Leyens “Wahlkampf”

27. August 2009

Gestern lief auf NDR in der Sendung ZAPP ein weiterer kritischer Beitrag (siehe auch) über Familienministerin Ursula von der Leyen: “Wenig Sachverstand – Der Kampf gegen Kinderpornografie im Netz”. Der Beitrag bringt die wichtigsten Argumente auf den Punkt und macht die unsäglichen Auftritte von Frau von der Leyen endlich mal einem größeren Publikum zugänglich. Bleibt zu hoffen, dass auch die ZAPP-Redaktion an dem Thema dran bleibt.

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Im Beitrag wird ein kurzer Ausschnitt über eine “Wahlkampfveranstaltung” von Frau von der Leyen gezeigt. Das komplette Video ist hier zu finden.

via: netzpolitik.org