Beiträge mit dem Tag ‘datenschutz’

25C3: Der Datenbrief

27. Dezember 2008
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Im Rahmen des 25C3-Vortrages “Datenpannen – Forderungen nach dem Jahr der Datenverbrechen” kam der Vorschlag nach einem Datenbrief für Deutschland. Beim Datenbrief sendet ein Unternehmen jedem Kunden einmal im Jahr Informationen welche Daten zu welchem Zweck gespeichert sind. Die Benachrichtigung erfolgt entweder auf dem Postweg oder per E-Mail. Der Kunde hat dann die Möglichkeit der weiteren Nutzung der Daten zu widersprechen (Opt-Out). So weiß man nicht nur, wer alles im Besitz seiner Daten ist, sondern auch was diese Unternehmen damit machen.

Eine, wie ich finde, sehr interessante Idee, über die man ernsthaft nachdenken sollte.

Der De-Mail-Gau

17. Oktober 2008

Das ausgerechnet unser Innenminister Wolfgang Schäuble derzeit an einem Bundes-E-Mail-Dienst arbeitet, der alle Bürger vor Betrügern im Netz schützen soll, ist mMn schon amüsant genug. Was mich aber heute morgen wirklich herzhaft lachen lies, ist die Meldung über den Partner, den sich unsere Bundesregierung ausgedacht hat: die Deutsche Telekom. Ihre Tochter T-Systems allein verfüge in Deutschland über das nötige Zertifikat des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik.

Ich soll (kann; noch ist De-Mail natürlich freiwillig) also einer Regierung vertrauen, in die ich jedwedes Vertrauen verloren habe und deren Bilanz seit 1998 wie folgt aussieht:

  • Großer Lauschangriff 1998
  • biometrische Ausweise seit 2001
  • Aufhebung des Bankgeheimnisses 2003
  • Steuer-ID für jede Person ab der Geburt 2003
  • Abschuss unschuldiger Flugpassagiere 2004
  • gemeinsame Datei aller Sicherheitsbehörden 2006
  • RFID-Funkchips in Pässen und eine zentrale Fotodatei 2007
  • Totalprotokollierung jeder Telekommunikation 2007

Und dabei noch meine Daten und privaten/geschäftlichen E-Mails in die Hände eines Unternehmens legen, dass zuletzt einen “Datenskandal” nach dem anderen vorzuweisen hatte.

Für wie doof halten die einen eigentlich?

via: Onlienkosten.de und Daten-Speicherung.de

“Man glaubt es ja kaum, wer plötzlich alles den Datenschutz entdeckt”

22. August 2008

Eigentlich wollte ich es nur twittern, aber der Telepolis-Artikel “Die Stunde der Populisten” ist so gut, dass er ins Blog muss. Wie das praktisch aussieht, was Bettina Winsemann in ihrem Artikel schreibt, kann man auch gleich bei n-tv nachlesen.

Der Daten-Gau und seine Folgen [Nachtrag]

19. August 2008

Deutschland hat seinen ersten Daten-Gau. Offensichtlich wurden nach Medienangaben, massenhaft Kundendaten und Bankdaten dazu missbraucht, illegal Geld von Konten abzubuchen. Im Wust der Meldungen, meldete die Deutsche Telekom heute, dass man Opfer krimineller Datendiebe geworden sei. Und auch die DAK gab Patientendaten an Unternehmen weiter.

Renate Künast von Bündnis 90/Grüne möchte in Folge der Ereignisse, dass der Datenschutz ins Grundgesetz kommt. Das ist löblich, Frau Künast, gibt es aber bereits seit 1983 und nennt sich “Recht auf Informationelle Selbstbestimmung” – verankert im Grundgesetz.

Positiver Nebeneffekt des aktuellen Medienechos, scheint aber die Sensibilisierung für persönliche Daten und deren Umgang damit. So äußern Politiker wie Verbände Zweifel an der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte. Zu Recht, auch wenn es sich hierbei größtenteils um Populismus handeln wird. Aber bei dem Gedanken, dass 80 Millionen Patientenakten (Daten, wie sie persönlicher nicht seien könnten) in digitaler Form in Umlauf gelangen, kann es einem nur kalt den Rücken runterlaufen.

[Nachtrag]
Nun kann ich mir auch die mysteriöse Abbuchung aus 2007 erklären.

Ungehorsam im studiVZ

20. Januar 2008

Wie heise online berichtet gibt es Datenschutzprobleme mit dem studiVZ Original Facebook. In der Meldung wird auch auf das studiVZ und die umstrittene Änderung der AGB Anfang Januar eingegangen. Rund 20.000 Mitglieder sollen sich in einer Protestgruppe zusammen gefunden haben. Neben Hunderten Beschwerde E-Mails sollen rund 23.000 (1% von ca. 2,3 Mio.) Mitglieder ausgetreten sein. Außerdem sollen einige Mitglieder dazu übergangen sein ihre Daten zu verfremden. Hierauf reagierte das studiVZ mit einem Sicherheitshinweis beim Ändern der persönlichen Daten.

Daten im Vorrat verfassungswidrig?

28. Juni 2007

Wie golgem.de berichtet, hat das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz in Schleswig-Holstein im Auftragg des Innen- und Rechtsausschusses des Schleswig-Holsteinischen Landtags hat eine Stellungnahme zum Entwurf für das “Gesetz zur Neuregelung der Telekommunikationsüberwachung und anderer verdeckter Ermittlungsmaßnahmen sowie zur Umsetzung der Richtlinie 2006/24/EG” erstellt.

Aus der Stellungnahme geht u.a. hevor, dass, nach Auffassung der Datenschützer, die Vorratsdatenspeicherung unverhältnismäßig und damit verfassungswidrig ist.

Angesichts der vorgelegten Tatsachen rät das ULD “dringend vor der Verankerung eines zivilrechtlichen Auskunftsanspruches auf die Vorratsdaten” ab.

Die komplette Stellungnahme ist unter datenschutzzentrum.de erhältlich.