Beiträge mit dem Tag ‘bundestrojaner’

Yes, we can Bundestrojaner

6. November 2008

Im Schatten der Berichterstattung um den Wahlsieg von Barack Obama hat die Regierungskoalition gestern die “heimliche Onlinedurchsuchung” im Rahmen des neuen BKA-Gesetzes beschlossen. Damit ist der Weg frei für den Bundestrojaner.

Onlinedurchsuchungen sollen in einem zweistufigen Verfahren durchgeführt werden, meldet die ARD. Zunächst soll ein Richter die Onlinedurchsuchung anordnen, dann sollen die dabei erhobenen Daten von zwei BKA-Beamten und einem unabhängigen Datenschutzbeauftragten des BKA daraufhin untersucht werden, ob der Kernbereich privater Lebensgestaltung verletzt wurde.

Die zeitliche Befristung der Onlinedurchsuchung bis 2020 wirkt wie eine Farce.

via: Golem.de

29.017 Telefonüberwachungsmaßnahmen

12. September 2007

40 Jahre ist es her, dass die Telefonüberwachung erlaubt wurde. Zur damligen Zeit war die Zahl der Delikte auf eine kleine überschaubare Zahl beschränkt. Dementsprechnd gering war auch die Anazhl der durchgeführten Überwachungen. Im Jahr 2004 wurden 29.017 Telefonüberwachungsmaßnahmen durchgeführt. Tendenz steigend.

Nun hat sich die Telekommunikationswelt in den letzten 40 Jahren immens gewandelt, keine Frage. In der gleichen Art und Weise ist aber auch der Deliktkatalog gestiegen und gleicht heute einem “Spaziergang durch das Strafrecht”.

Und das Fehlen eines Beweisverwertungsverbots für Delikte, bei denen das Verfahren eigentlich nicht eingesetzt werden darf, führt regelmäßig auch dazu, dass zufällig Aufgedecktes, wie etwa kleinere Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz (Michel Friedman) oder unbedacht und scheinbar unbelauscht geäußerte Phantasievorwürfe, wie jener gegen den Moderator Andreas Türck, in Strafverfahren münden. Verfahren wegen Beamtenbeleidigung sind beispielsweise auch dann möglich, wenn die Beleidigungen nicht gegenüber dem Betroffenen direkt geäußert, sondern nur erlauscht wurden.

Münzt man diese Erkenntnise auf die umstrittene Online-Durchsuchung um, so muss man nicht mal ein Schelm sein, um schlimmes zu denken. Die “maximal zehn Ermittlungen” lt. BKA-Chef Jörg Zielke dürften nach kurzer Zeit passe sein. Und die Musikindustrie dürfte die erste sein, die an die Tür vom BKA klopft. Nicht etwa um eine Ermittlung anzustoßen, sondern angesichts des “zufällig Aufgedeckten”.

Das man sehr schnell in den potentiellen Kreis der Verdächtigen rutschen kann, zeigt die Festnahme der drei Terroristen in Oberschledorn, die für Ihre Kommunikation offene WLANs genutzt haben. Wie sollen die Ermittler unterscheiden, wer in welcher Form mit wem kommunizert hat, wenn erst einmal nur die IP-Adressse und der Anschlußinhaber vorliegt?

Interessante Erkenntnisse aus einem Telepolis Beitrag von Peter Mühlbauer

58 Prozent für Online-Durchsuchungen

7. September 2007
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Im Rahmen der drei festgenommen Terroisten wurde die Diskussion um die umstrittenen Online-Durchsuchungen erneut heftig geführt. Innenminister Schäuble hält weiter an seinen Plänen fest. Rückendeckung erhält er dabei von Bundeskanzlerin Merkel. Die SPD wird zum Zuenglein an der Waage, da sie ihre “Meinungsbildung” erst abschließen will, wenn der Bundesgerichtshof sein Urteil fällt.

In einer bereits vor den Festnahmen von Infratest dimap im Auftrag der ARD für den DeutschlandTrend durchgeführten Umfrage sprachen sich 53 Prozent der Deutschen für Online-Durchsuchungen aus. Nach den Festnahmen stieg diese Zahl auf 58 Prozent.

Wie die Welt berichtet sollen bereits bei den statt gefundenen Festnahmen Online-Durchsuchungen durchgeführt worden sein. Allerdings nicht von deutschen, sondern von amerikanischen Behörden.

Ich glaube ehrlich gesagt, dass viele Menschen nicht verstehen, worum es bei den Online-Durchsuchungen geht. Dies ist angesichts des komplexen Themas auch verständlich. Hier werden nicht nur technische Kenntnisse im Bereich Internet und PC gefordert, sondern auch politisches Interesse für Demokratie und das Grundgesetz (was übrigens nicht heißen soll, dass man zu diesem Thema keine andere Meinung haben darf). Ich befürchte allerdings, wenn Online-Durchsuchung wie geplant eingeführt werden, werden in kurzer Zeit Begehrlichkeiten von Interessengruppen geweckt, und niemand wird mehr wissen, dass das Instrument ursprünglich zur Terrorismusbekämpfung eingeführt wurde.

via: heise online

Das BKA kommt …

8. August 2007

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via: Ersatzgott.com

Sondereinsatzkommando Bundestrojaner

3. August 2007

Wie golem.de berichtet scheint hinter dem sehr umstrittenen Bundestrojaner weniger ein Trojaner, als viel mehr eine klassische Wanze zu stecken. So soll nur in “Ausnahmefällen” ein Online-Zugriff auf den verdächtigen PC erfolgen. Für die meisten Ermittlungen soll hingegen eine “individuelle Strategie” verfolgt werden. In dem im Artikel erwähnten Bericht der Zeischrift Chip heißt es:

Ein BKA-Team dringt heimlich in die Wohnung ein und zieht Kopien von allen Festplatten. Diese Daten analysiert dann der BKA-Software-Entwickler und bastelt ein Tool, das perfekt auf die Rechner-Umgebung zugeschnitten ist.

Online-Durchsuchungen sind “lebensnotwendig”

23. Juni 2007

Innenminister Schäuble hat sich wieder einmal mit einer sehr ungünstigen Formulierung zu Wort gemeldet. So hält er die “Überwachung der Kommunikation” für “lebensnotwendig” und vergleicht das Ausspähen privater Festplatten mit der Luft zum atmen. Grund für diesen vokabularen Aussetzer dürften die aktuellen Meldungen über eine akute Terror-Gefahr in Deutschland sein. Diese sind aber weder bestätigt, noch dementiert. Für Schäuble sei es aber wichtig, “so viele Informationen wie möglich zu sammeln”.

Vielleicht braucht Herr Schäuble die Online-Durchsuchungen für sein weiteres politisches (Über-)Leben. Ich jedenfalls brauche sie nicht.

via: heise online