Seit einigen Monaten hat mein MacBook Probleme mit der Sound-Ausgabe. Der Ton setzt in unregelmäßigen Abständen für einige Sekunden (oder auch mal länger) komplett aus. Ergänzt wird das Ganze um ein leichtes Knacken der Boxen. Das Problem tritt immer alle 2-3 Monate auf; in der Zwischenzeit läuft alles reibungslos. Die Apple-Hotline konnte das Problem bisher immer mit demZurücksetzen des PRAM und NVRAM lösen, was ich dann auch immer fleißig alleine gemacht habe. Allerdings brachte mich dies zuletzt auch nicht weiter, so dass ich einen Apple-Premium-Partner aufsuchen musste.
Meine Wahl viel auf die Firma scNet in Essen, da ein Bekannter von mir dort sein Macbook gekauft hatte. So machte ich mich auf den Weg nach Essen und gab mein Macbook zusammen mit einer Kopie meines Apple Care dort ab. Zwei Tage spätere meldete sich scNet, und teilte mir mit, dass mein Macbook zur Abholung bereit stehe. Auf meine Nachfrage ob man das Mainboard ausgetauscht habe, antwortete der Techniker mit “Nein, ich habe einen Festplattediagnose durchgeführt, jede Menge fehlerhafte Zugriffsrechte gefunden und jetzt geht es wieder. Allerdings müssen wir Ihnen dafür 79 Euro in Rechnung stellen. Software-Fehler fallen leider nicht unter Apple Care”. Nachdem ich mich wieder etwas beruhig hatte, machte ich mir auf den Weg das Macbook abzuholen. Zur Kasse bat man mich dann mit 94 Euro – der Techniker hat wohl die Mehrwertsteuer vergessen. Ich verbuchte die komplette Aktion als Lehrgeld. Wer soll schon darauf kommen, dass Soundprobleme mit dem Reparieren der Zugriffsrechte behoben werden? Ich musste noch einige Dinge erledigen und legte das Macbook zunächst ins Auto. Gegen Abend nahm ich dann das Macbook zur Hand und wollte es ausprobieren. Viel ausprobieren konnte ich allerdings nicht, da ich nach dem Aufklappen einen kurzen Wurtausbruch erlebte, denn links und rechts neben dem Touchpad erstreckten sich zwei lange Risse im Gehäuse. “Glücklicherweise” hatte die Firma scNet bereits geschlossen, so dass ich über die Ganze Sache eine Nacht schlafen konnte. Am nächsten Tag stand ich pünktlich zur Öffnung auf der Matte um mal dezent nachzufragen, wo denn die Risse auf einmal herkommen? “Das ist Topcase Splinting. Ein bekanntes Problem dieser Macbook Serie”, antworte der Techniker, der mit einen Tag zuvor das Macbook für 94 Euro zurück gegeben hat. Das Ergebnis einer kurzen Diskussion war dann, dass man sich keiner Schuld bewusst sei. Die Risse müssen wohl in der Zeit aufgetreten sein, in der das Macbook in meinen Auto lag – vermutlich waren es die Zwerge, die in meinem Auto leben. Ich gab das Macbook erneut ab und konnte es zwei Tage später mit ausgetauschten Topcase wieder abholen. Bezahlen musste ich diesmal natürlich nichts, denn Topcase Splinting fällt unter Apple Care. Die Firma scNet habe ich aber definitiv zum letzten Mal besucht.
Ich bin wirklich immer bereit für Dienstleistungen entsprechendes Geld zu bezahlen. Auch wenn es Lehrgeld ist. Aber die Risse waren bei der ersten Abgabe des Macbooks nicht vorhanden. Und ich glaube nicht, dass sie in den 4 Stunden aufgetreten sind, in denen das Macbook im Auto lag. Von daher ist die Vermutung nahe, dass die Risse während der Zeit bei scNet aufgetreten sind. Wenn das Macbook unversehrt gewesen wäre, hätte ich kein Problem mit den 94 Euro gehabt, aber von einem “Premium Support”, dem hier offensichtlich ein Missgeschick passiert ist, hätte ich ein wenig mehr Kundenservice oder zumindest eine Entschuldigung erwartet.
Sollte jemand sein Gerät auch bei der Firma scNet in Essen abgeben (müssen), so habe ich noch zwei Tipps. Lasst euch Bestätigen, dass ihr bei kostenpflichtigen Reparaturen benachrichtigt werdet bevor die Reparatur durchgeführt wird. Sofern euch Preise mitgeteilt werden, fragt nach, ob es sich dabei um Netto- oder Bruttopreise handelt. Beide Punkte scheinen bei der Firma scNet keine Selbstverständlichkeit zu sein.