Wie der alte Webhoster wieder der Neue wurde

28. Januar 2009 von Sven Kubiak

Im Oktober letzten Jahres habe ich, wie berichtet, meinem langjährigem Webhoster Domainfactory den Rücken gekehrt um bei HostEurope eines neues zu Hause für meine Domains zu finden. In einem vServer wollte ich zukünftige nicht nur meine Domains, sondern auch das Hosting unterbringen. Die Einrichtung dauerte zwar etwas lange, aber angesichts des Preis/Leistungsverhältnis war es mir das wert. Obwohl es sich um ein recht leistungsstarkes, wenn auch nur virtuelles System, handelte, war ich mit der Performanz von Beginn an nicht richtig glücklich. Shared Hosting war in Bezug auf die Antwortzeiten eindeutig schneller. Da es sich aber im Rahmen hielt, konnte ich damit leben. Anfang Dezember viel dann der vServer zum ersten Mal komplett aus. Weder über SSH, noch über die bereitgestellte Virtuozzo-Anwendung war ein Zugriff möglich. Nachdem ich Hosteurope über den Umstand informiert hatte, wurde der vServer innerhalb von 24 Stunden neu gestartet. Grund des Ausfalls: Die Virtualisierung hatte sich “aufgehängt”. Aufgrund der schnellen Reaktionszeit und der Tatsache das der vServer wieder lief, legte ich diesen Vorfall in der Kategorie “kann ja mal passieren” ab. Unglücklicherweise wiederholte sich der Vorfall Ende Dezember und Anfang Januar. Beide Male wurde der Server innerhalb von 24 Stunden neu gestartet. Allerdings hat Hosteurope bis heute keinen Grund für den letzten Ausfall gefunden. In Verbindung mit der Tatsache, dass die Antwortzeiten mittlerweile jenseits von Gut und Böse lagen, war dies für mich das Zeichen dem Thema vServer ein für alle mal den Rücken zu kehren. Denn vor Hosteurope hatte ich mir schon die vServer von 1&1 sowie united hoster angesehen. Hier waren die Antwortzeiten aber so hoch, dass ich gar nicht erst damit angefangen habe, meine Domains umzuziehen.

Ich beschloss meinen vServer auf ein Hosting-Paket von HostEurope umzuziehen. Dies lies sich auch schnell und mit wenigen Schritten über das Kundenmenü erledigen. Innerhalb weniger Minuten stand mit das neue Paket zur Verfügung. Auch meine Domain (zunächst erstmal eine um es zu testen) war schnell umgezogen. Dummerweise hatte das Ganze einen Haken: WordPress funktionierte nicht einwandfrei. Zunächst war es nicht möglich Plugins automatisch zu aktualisieren. Nach ein bisschen googeln fanden sich glücklicherweise einige Anleitungen, wie sich dieses Problem beheben lies. Allerdings war es jetzt nur möglich Plugins zu aktualisieren, wenn man einen FTP-Account angibt, Änderungen am WordPress-Core vornimmt, sowie dem kompletten Plugin-Verzeichnis die Unix-Rechte 777 zuweist. Ein, sagen wir mal, ungünstiger Umstand. Als dann aber auch das editieren der Plugins über das Backend nicht ohne Änderung der Rechte möglich war, wurde mir klar, dass WordPress auf diesem Hosting-Paket immer nur mit “fummeln” funktionieren würde.

So fasste ich Anfang der Woche die Entscheidung wieder zu Domainfactory zurück zu kehren. Auch wenn ich mit dem Preis/Leistungsverhältnis nicht zufrieden bin und es mit Sicherheit auch noch andere Webhoster gibt, so weiß ich doch, das all die Kleinigkeiten die einem das Leben beim Webhosting leichter machen, bei Domainfactory funktionieren. Da ein Domainumzug heute keine Woche mehr dauert, schreibe ich diesen Beitrag bereits auf dem alten bzw. neuen Webhoster.

HostEurope kann ich nach wie vor weiterempfehlen. Es sei denn, man möchte WordPress auf einem Hosting-Paket betreiben. Auch einen vServer möchte ich nicht komplett schwarz malen. Die Erfahrungen die ich damit gesammelt habe zeigen aber, dass es einen großen Unterschied macht, was man dort betreiben will. Wenn es nur HTML-Seiten sein sind, und mit viel Traffic zu rechnen ist, haben vServer-Systeme durchaus ihre Existenzberechtigung. Was PHP-MySQL-Anwendung angeht sind solche Systeme meiner Meinung nach aber nicht Leistungsstark genug. Es sei denn man mietet sich ein System mit entsprechender Rechenpower. Dann kann man allerdings auch gleich zu einem dedizierten Server greifen.