Deutschland ist eines der wenigen Länder (wenn nicht sogar das Einzige) in Europa, dass beim Polizeifunk noch auf analoge Technik setzt. Wie es sich für deutsche Gründlichkeit gehört, gibt es bereits seit 2004 ein Pilotprojekt in NRW für die Umstellung auf digitale Technik auf Basis von TETRA. Für 2010 ist die bundesweite Einführung der Tetra-Behördenfunktechnik geplant, die dann bis mind. 2015 im Einsatz bleiben soll.
Der größte Nachteil der derzeitigen analogen Technik ist mit Sicherheit die Tatsache, dass der Funkverkehr ohne größere Probleme abgehört werden kann. Neben der Hochverfügbarkeit des System, sollte also die Abhörsicherheit im Vordergrund stehen. Darüberhinaus sollte ein neues (digitales) System auch weitere Möglichkeiten, wie z.B. Fotoübertragung sowie das Versenden von Fingerabdrücken oder Ermittlungsakten ermöglichen. Lange Rede, kurzer Sinn: Wenn man schon eine neues System aufbaut, dann richtig.
Was sich die Macher allerdings dabei gedacht haben, eine System aufzubauen, dass eine Datenrate von 3 KBit/s hat, ist mir wirklich schleierhaft.
Es stehen der Kurzdatendienst (Short Data Service, SDS) und eine IP-basierte Paketdatenübertragung (“IP-über-TETRA”) mit einer mittleren Übertragungsrate von 3,0 KBit/s zur Verfügung.
3 KBit entsprechen 3000 Bit. Legt man 8 Bit (also 1 Byte) für ein Zeichen zugrunde, kann man mit der zur Verfügung stehenden Bandbreite gerade einmal knapp 3 SMS Nachrichten pro Sekunde übertragen.
Nur mal zum Vergleich: mein erstes Modem, mit dem ich vor ca. 10 Jahren zum ersten Mal den Weg ins Internet fand, hatte eine Geschwindigkeit von bis zu 28.800 Bit/s.
Digitaler Behördenfunk in Deutschland: Willkommen im 21. Jahrhundert!
via: golem.de
[UPDATE]
In der ZDF-Mediathek gibt es den bei Golem.de erwähnten Bericht von Frontal 21.

Das Thema hatten sie gestern bei Frontal. Habe auch mächtig lachen müssen, als ich das mit den 3kbit gehört hatte.
Ich frage mich, wie die überhaupt Sprache (oder sonst *irgendwas*) über die Leitung bekommen. Selbst 16 KBit/s sind ja für Sprache schon am Rande der Schmerzgrenze.