Es gibt immer zwei Seiten der Medaille. War schon immer so, wird auch immer so sein. Keine Ausnahme ist da trigami.
trigami ist ein Online-Dienst bei dem Blogger für das Schreiben von Rezensionen Geld bekommen. Firmen erteilen trigami einen Auftrag und infrage kommende Blogs müssen sich dann für diesen Auftrag bewerben. Wird ein Blogger ausgewählt, schreibt er über das entsprechende Produkt eine Rezension, veröffentlicht diese in seinem Blog, und bekommt dafür Geld. trigami gibt dem Blogger dabei alle “journalistischen” Freiheiten. “Ehrlich, aber Fair” soll der Beitrag sein.
Problematisch bei trigami ist, dass sich bei den Kunden auch schwarze Schafe einnisten, so z.B. beim “Poker-Skandal“, oder der Geschichte um die Wunderheiler. Ein neuer Fall ist das Job-Portal yourcha, über das auch ich einen Beitrag geschrieben habe. So wie es aussieht, scheint yourcha weniger an der Vermittlung von Jobs, als viel mehr an dem Sammeln von Daten zu liegen. Und so wird trigami an den Galgen gehängt und alle die dafür schreiben gleich mit. Der Medienblogger verpackt seine Meinung ziemlich ironisch (gut geschrieben übrigens). Donalphonson wird in seinem Blog da schon deutlicher.
Im Prinzip kann ich die Aufregung gut verstehen. Ich stimme absolut damit überein, dass mit dem Konzept von trigami keinem Spammer eine Plattform gegeben werden darf oder das zwielichtige Anbieter ihren Adressdatensatz auffüllen und gleichzeitig noch gelobt werden. Aber es sollte jedem Blogger selbst überlassen sein ob er mit seinem Blog ein bisschen Geld verdient oder nicht, so lange er sich seine Meinung nicht kaufen lässt. Deshalb lobe ich mir Beiträge, wie der von Conny, die zur Vorsicht aufrufen, und um ein bisschen mehr Recherche beim Auftrag bitten, aber nicht gleich das ganze Konzept zunichte machen.
trigami sagt deutlich, dass jede Meinung über ein Produkt akzeptiert wird, so lange sie begründet ist. Sollte sich trigami, bei einer negativen Rezension, weigern auszuzahlen werde ich auch darüber mit Sicherheit schreiben.
Ich für meinen Teil habe im Fall von yourcha nicht ausreichend recherchiert, sonst hätte ich den Auftrag gar nicht erst angenommen dazu schon die passenden Worte geschrieben. Jeder trigami-Schreiber sollte sich also Recherche groß auf die Fahne schreiben und seine Meinung vor allem nicht verbiegen, weil er Angst hat die Auszahlung nicht zu bekommen.
[UPDATE]
Den Tipp mit der Recherche möchte ich mit diesem Update auch Joes Newz Blog und (zumindest teilweise) “Anwälte in Vulkane werfen” geben.

Nicht ablehnen, sondern recherchieren und ehrlich niedermachen, wenn nötig. Dafür dann auch noch Geld bekommen: Der Königsweg!
*rotwerd*
)
Danke
[Kommentar ID #244 wird hier zitiert]
Kein Thema!
“Nicht ablehnen, sondern recherchieren und ehrlich niedermachen, wenn nötig. Dafür dann auch noch Geld bekommen: Der Königsweg!”
Wenn den Kunden von trigami dann noch jemand erzählt, dass auch negative PR werbewirksam ist oder sowas
[Kommentar ID #246 wird hier zitiert]
“Eigentlich” sollte sich diesem Risiko jeder Kunden von trigami bewusst sein.
“Im Prinzip kann ich die Aufregung gut verstehen. Ich stimme absolut damit überein, dass mit dem Konzept von trigami keinem Spammer eine Plattform gegeben werden darf oder das zwielichtige Anbieter ihren Adressdatensatz auffüllen und gleichzeitig noch gelobt werden.”
“[..]Aber[..]” Und genau dieses “Aber” disqualifiziert geldgeile Gelegenheits-Blogger gegenüber erfahrenen, über-Geld-nicht-mehr-nachdenkende Profi-Blogger, auch wenn ihr das nicht wahrhaben wollt.
“Im Prinzip[..]” als Einstieg für eine “ernstzunehmende” Rezession heißt, daß der Rezenzionist (ääh, Rezen-Zionist? Don, ich war das nicht;-) sich überhaupt keine Gedanken über das von ihm untersuchte Thema gemacht hat. Er impliziert seine Meinung als Postulat, bevor er mit hanebüchenen Argumenten die “Konkurrenz” schlecht redet. Ist schnell gemacht, gerendert und webisiert; ist vor allem im Blog-Netzwerk äußerst schnell tranportiert.
Ich möchte persönlich vor dem Lesen solcher “Unikate” der Blogwelt dringenst abraten.
Andere kommen mit Trigami et al daher. Dummheit infolge verfehlter Aufklärungs-Intensität bleibt auch im Netz die größte Intelligenz-Bremse.
Unrecherchierte Lobhudeleien fallen gerade in Blogdorf äußerst zügig auf. Von daher halte ich die Gefahr für gering. Wer öfter auf die Pfoten bekam, weil er nicht oder schlecht recherchierte, wird die bezahlte Bloggerei dann entweder drangeben oder sich in dieser Richtung weiter entwickeln. Im Übrigen darf man auch ruhig auf die Intelligenz der Leser setzen, denen man das eigene Nachdenken zutrauen sollte.