“Eclipse Europa” released

30. Juni 2007 von Sven Kubiak Hinterlasse einen Kommentar »

Programmierer von heute brauchen, neben fundierten Kenntnissen, eine visuelle Programmierumgebung, kurz IDE. Für unzählige Programmiersprachen gibt es unzählige verschieden IDE’s, mit unterschiedlichem Funktionsumfang. Wäre es nicht schön, eine IDE für alle zu haben?

Genau in diese Kerbe schlägt Eclipse. Hierbei handelt es sich um ein Open-Source-Framework zur Entwicklung von Software nahezu aller Art. Am meisten Verwendung findet Eclipse für die Programmiersprache Java. Aber, Eclipse ist nicht auf Java festgelegt und wird aufgrund seiner plugin-basierten Struktur mittlerweile für sehr unterschiedliche Programmiersprachen eingesetzt. Damit entfällt die Notwendigkeit für jede Programmiersprache eine eigene IDE verwenden zu müssen. Darüberhinaus unterstützt Eclipse nativ Funktion wie z.B. CVS. Eclipse selbst basiert auf Java-Technologie und ist dadurch Platform unabhängig.

Problematisch wird die Nutzung von Eclipse, wenn Plugins unterschiedlicher Hersteller mit unterschiedlichen Versionen aufeinander treffen. Hierbei kann es schnell zu Konflikten kommen, so dass ein Plugin oder eine Funktion nicht mehr einwandfrei läuft. Doch auch hierfür gibt es eine Lösung: am 29. Juni erschien Zeitgleich im sog. “Eclipse Europa Reales” die Eclipse Version 3.3 zusammen mit 21 der Plugins. Ziel der gleichzeitigen Veröffentlichung war es, die Interoperabilität der einzelnen Plugins sicherzustellen und Konflikte auszuschließen.

Ich habe mir die neue Version und das Plugin “Mylyn” einmal genauer angesehen.

Mylyn

mylyn-20.png

Bei Mylyn handelt es sich um eine Aufgaben fokussierte Erweiterung, die bei der Entwicklung von Projekten helfen soll. Dabei integriert sich Mylyn nahtlos in Eclipse. Mit dem Plugin soll die Informationsflut eingedämmt und die von einzelnen Programmieren zu erledigenden Aufgaben transparent gemacht werden.

Neue Aufgaben lassen sich durch einfaches klicken von “New -> Task” erstellen. Im Task-Fenster gibt man der Aufgabe einen Name und legt Priorität, Datum, Fertigstellung und Beschreibung fest. Jede Aufgabe lässt sich zudem einer Kategorie zuweisen, so dass ein leichtes wiederfinden garantiert ist. Je nach Priorität wird die Aufgabe anders dargestellt, z.B. mit einem Ausrufezeichen bei hoher Priorität. Überfällige Aufgaben werden rot markiert. Ist eine Aufgabe abgeschlossen erscheint sie durchgestrichen im Kontextmenü.

Features

neuaufgabe.png

Das wohl interessanteste Feature, gerade für Entwickler, ist die einfache Verbindung von Quellcode und Aufgaben. So lässt sich durch einfaches Drag&Drop eine Datei (oder ein Teil eines Quelltext) eine Aufgabe zuweisen und umgekehrt.

Seine volle Mächtigkeit schöpft Mylyn mit einem zentralen Repository aus. Damit lassen sich dann Aufgaben bestimmten Entwicklern direkt zuweisen und werden über den zentralen Server abgeglichen. So können z.B. Bugs direkt dem Entwickler zugewiesen werden, der zuletzt an einer bestimmten Datei gearbeitet hat. Ist ein Bug behoben wird dieser entsprechend gekennzeichnet und zur Überprüfung an den ursprünglichen Einsteller zurück gegeben. Dieser kann dann die korrekte Funktionsweise überprüfen und den Code freigeben oder weiterhin als fehlerhaft markieren. Jeder Schritt in diesem Review-Prozess lässt sich mit einem entsprechenden Kommentar versehen. Für eine reibungslose Kommunikation wurde zudem eine E-Mail Schnittstelle implementiert.

Fazit
Mylyn ist ein sehr mächtiges Werkzeug, dass insbesondere bei großen Projekten mit vielen Entwicklern von Vorteil ist. Es hilft die Informationsflut einzudämmen und integriert ein 1A Bug-Tracking System nahtlos in Eclipse.

Dieser Beitrag wurde u.a. im Rahmen der “Write a Review, Win an Eclipse Shirt” Aktion geschrieben.

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